Nachdem wir von der Art und Weise der Veröffentlichung und ihre Einflussfaktoren gesprochen haben, kommen wir zum dramatischen Teil der Fotografie. Eine dreidimensionale Welt wird in eine zweidimensionale Welt übersetzt bzw. transformiert. Denn es ist eine Tatsache, dass eine Fotografie flach ist. Selbst bei der hochmodernen 3D-Fotografie schauen wir auf einen flachen Bildschirm und die Dreidimensionalität findet nur virtuell statt. Es bedeutet, dass die Tiefe des dargestellten Motives immer in Relation zur Ebene des Bildes steht. Die Abbildungsebene ist nun einmal flach. Die genauere Untersuchung und Beobachtung ergibt, dass es ohne weiteres durch die Abstraktion zu interpretationsfehlern kommen kann, denn die Tiefe kann nicht ohne weiteres dargestellt werden. In gewissen Fotografien erkennen wir die fehlende Tiefe auch im Fotografen oder des Betrachters wieder, denn ihr Erfahrungs- und Erkenntnishorizont ist eher flach und neigt zu starken Abstraktionen und Vereinfachungen, um das Gesehene überhaupt verstehen zu können.
Denn die Ebene des Bildes beschreibt nichts anderes als den Bereich, den die Linse auf den flachen Kamerasensor oder den Negativfilm projiziert. Hierbei wird das Gesehene (das Bildmotiv) auf unterschiedliche Art und Weise abstrahiert. Zum einen geschieht eine Verkleinerung, sowie eine Änderung aus drei Dimensionen in zwei Dimensionen, darüber hinaus findet eine Begrenzung der Sicht statt, denn das Bild erhält eine Begrenzung der Sicht nach oben, unten, sowie von links nach rechts.
Auf diese Weise erhält die Fotografie einen eindeutigen Blickwinkel, der in seiner Zweidimensionalität gefangen ist. So entstehen neue Beziehung in einem Bild, welche es vorher nicht gab. Dinge welche in der Realität weit hinten liegen sind auf der Fotografie auf derselben Höhe, wie Dinge die in der Realität sehr weit vorne liegen. Jede Veränderung des Blickwinkels des Fotografen zum Bildmotiv ändert, vor dem Auslösen der Kamera, sehr dramatisch das Geschehen im Bild.


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