Im Wesentlichen liegt der größte Unterschied der Fotografie zur Malerei in seiner Herstellung. Der Maler steht vor einer leeren Leinwand und malt das Bild nach und nach, Strich für Strich und Schicht für Schicht langsam auf die Leinwand. Auf diese Weise erhält die Malerei langsam einen gewissen Teil der Persönlichkeit des Malers.
Ein Fotograf geht anders vor.
Hier ist es sein analytischer und konzentrierter Blick, auf den sich ständig ändernden Zeitstrahl des Lebens zum Beispiel auf einen Wochenmarkt, um aus dem immerwährenden Fluss von Veränderungen Ereignisse, Umstände und Momente erst wahrzunehmen, dann einzuordnen und gegebenenfalls auszuwählen, mit dem Ziel diesen einen winzigen Moment von nicht mal einer 1000stel Sekunde letztlich unmittelbar festzuhalten. Hierfür muss der Fotograf jedoch in ständigen Kontakt zu seiner umgebenden Kultur, seiner Mitmenschen und sich selbst sein um dieses großes, um dieses große Durcheinander des täglichen Lebens überhaupt ordnen zu können damit es eine Struktur erhält, um eine Priorisierung überhaupt vornehmen zu können. Hierbei ist es dann die Wahl seine Blickwinkels, die Wahl seiner Position zum Bildmotiv, die Wahl seines gewählten Bildausschnitts, sowie die Wahl des Zeitpunktes zum betätigen des Auslösers, die der Fotografie einen gewissen Teil der Persönlichkeit des Fotografen gibt.


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