Der Einfluss der Erziehung auf deine Fotografie

Liebe Freunde der schöneren Fotografie,

in sehr vielen Fällen lässt sich die Jagd nach Likes und Followern leicht durch den Einfluss der Erziehung durch Belohnung und Strafe erklären.

  • Machst du ein „schönes“ Foto:
    Bekommst du einen Bonbon, einen Lutscher, ein Like, ein Lob. Jemand streichelt dir sanft über deinen Kopf oder klopft dir auf die Schulter und sagt: „Du bist ein ganz toller Fotograf!“.

  • Machst du ein „schlechtes“ Foto:
    Wirst du bestraft, du wirst angegriffen und beleidigt. Du bekommst ein Lutscher, kein Bonbon, keine Belohnung und erst recht kein Lob. Denn du bist ein böser, provokanter, untalentierter Fotograf, dem wir nicht trauen können.

Was passiert mit dir, wenn du für „gute“ Fotografien kein Lob und für „schlechte“ Fotografien kein Tadel bekommst?

Irgendwie fühlt sich die Denkweise, im Zeitalter der überaus sozialen Medien, falsch an.

Denn wenn du ein „gutes“ Foto machst und keine Anerkennung dafür erhältst, wirst du selbstverständlich die Art der Fotografie nicht weiterbetreiben, denn sie interessiert keinen.

Wenn du nun nicht mal für „schlechte“ Fotos getadelt oder zurechtgewiesen wirst, dann wirst du aus irgendeinem Grund nicht aufhören, dich in dieser Art und Weise der Fotografie aufzuhalten, denn dritte haben an ihr nichts auszusetzen.

Trotzdem entwickelst du dich in beiden Fällen nicht weiter, du trittst auf der Stelle und landest früher oder später in einer Sackgasse.

Das Fazit:

  1. Betreibe niemals die Fotografie, damit dich andere Menschen mögen oder anerkennen.
  2. Die Existenz des Fotografen ist nicht mit der Erwartung verknüpft von allen Menschen dieser Erde gemocht zu werden.

Wir Fotografen sind nicht auf dieser Welt, um die Erwartungen Dritter zu erfüllen!

>>Wenn du dein Leben nicht für dich selbst lebst, wer soll es dann für dich leben? <<

Es bedeutet:

>> Wenn du als Fotograf nicht für dich selbst fotografierst, wer soll es dann für dich fotografieren? <<

Die Frage für wen du fotografierst, sollte stets mit den Worten „Für mich selbst.“ Beantwortet werden.

Denn wenn du deine Fotografie nicht für dich selbst betreibst, wenn du dich für deine eigene Fotografie nicht interessierst, wer soll deine Fotografie für dich betreiben und wer soll sich für dich interessieren? Wer könnte, sollte und dürfte dich problemlos ersetzen?

Es geht in diesem Artikel nicht um Egoismus oder Nihilismus. Es ist auch keinesfalls erbärmlich oder verwerflich ausschließlich aus Gründen der eigenen tiefempfundenen Freude, des persönlichen Glückes und der eigenen Erbauung etwas zu fotografieren.

Es existiert kein haltbarer und evidenter Grund, weshalb wir nicht so denken dürfen!

Es ist nämlich die schönste Möglichkeit seine eigene Individualität in ein Verhältnis zu anderen Menschen zu setzen. Diese Unterschiede führen schließlich erst zu Individualität und sollten deshalb veranschaulicht, erkenntlich, sichtbar und erkennbar gemacht werden.

Die Grundfesten unserer Gesellschaft

Unsere moderne Gesellschaft baut auf dem Prinzip der Freiheit des Individuums. Dies setzt voraus, dass wir unsere Mitmenschen als das Anerkennen was sie sind. Sie sind Individuen! Um dies zu erreichen müssen wir selbst erst in der Lage sein uns selbst als souveräner und unabhängiger, freier Mensch und Fotograf zu sehen. Dieser benötigt nämlich keine externe Bestätigung der eigenen Grenzen. Erst wenn wir selbst unsere eigenen Grenzen als Mensch und Fotograf erkennen, ist es uns möglich die Grenzen anderer Menschen und Fotografen zu erkennen, um ihnen dadurch erst eine Souveränität zu ermöglichen und dementsprechend handeln zu können. Unsere Gesellschaft baut nun mal auf dem Prinzip der Gegenseitigen Akzeptanz und Anerkennung unterschiedlicher Wertesysteme, persönlicher Ansichten und Grenzen. Dies macht den Warentausch, den Handel, die Kultur und das Finden von Lösungen erst möglich.

Erst wenn wir die Grenzen des Anderen nicht erkennen und beachten kommen Konflikte auf.

Haben wir als Fotografen Anerkennung nötig?

Ist es tatsächlich so, dass ein Fotograf, welcher keinerlei Anerkennung erlangt, ein schlechter, wertloser Fotograf ohne Anrecht auf Selbstvertrauen ist? Ist diese Denkweise gesund und erhaltenswert?

Selbstverständlich kannst du als Fotograf versuchen eine Sammlung deiner besten Fotografien anzulegen. Es bringt dir nur nichts, wenn sich niemand dafür interessiert. An diesem Punkt ist es nur natürlich, wenn man sich der nihilistischen Denkweise hingibt: Denn wenn sich niemand für deine Fotografien interessiert, ist wirklich jegliche noch so erbärmliche Fotografie legimiert.

Um das Problem dieser „Jagd nach Anerkennung“ in der Fotografie in den Griff zu bekommen, sollten wir konsequent Anerkennung ablehnen.

Der Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung, der Wunsch als Fotograf beruflich aufzusteigen, das Streben nach Status und Bedeutsamkeit entspringt nur aus der Tatsache heraus, dass wir nicht anerkannt werden und ein anderer bedeutsamer ist als wir selbst.

Der Motor für das Bedürfnis der Anerkennung

Sein Treibstoff ist jedoch nicht die Selbstakzeptanz und das Erkennen des eigenen Unvermögens, sondern in dem Konflikt der gefüttert wird durch Neid, Missgunst, Zweifel und Wut.

Tatsache ist, dass ein anderer Fotograf die Lorbeeren erhält, welche du gern selbst hättest.

Die Frage ist:

Sind Fotografen, welche in ihrem Leben wirklich alles erreicht haben wirklich glücklicher als andere Menschen?

Das Fazit:

Wenn du dein Leben als Fotograf danach ausrichtest Anerkennung zu erhalten, indem du die Erwartungen anderer erfüllst, dann machst du dich im höchsten Maße abhängig von Dritten. Wiederum andere werden nämlich alles daransetzen dich, deine Entwicklung, dein Selbstvertrauen und deinen Selbstwert zu senken und zu schwächen, damit du positiv bewertet werden kannst. So erhältst du dann endlich die Anerkennung durch Dritte. Dein Job als Fotograf wird darin bestehen andere Leute stumpfsinnig zufriedenzustellen. Früher bekamst du wenigstens eine Tafelschokolade von deiner Oma. Heute kannst du dir nicht mal ein Secondhand-Lolli für einen Like eintauschen. Der Witz ist, du lebst in ständiger Sorge darum, was andere über dich denken könnten. Du fürchtest ihr Urteil und nicht mal einen Kaugummi von diesen Menschen verlangen, denn deine Arbeiten sind es einfach nicht wert. Diese Menschen unterdrücken deine Individualität so gut sie können und werfen dir Egoismus vor, wenn du ihre selbstherrlichen und egoistischen Erwartungen nicht erfüllst.

Um zum Schluss zu kommen:

Als Fotograf ist es nicht deine Aufgabe narzisstische Persönlichkeitsstörungen anderer Menschen zu unterstützen, um selbst eine zu bekommen.

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